Museum in den Berglen

Ein herzliches Willkommen

Willkommensbild

beim Heimat- und Museumsverein Berglen e.V.

Alt und vestaubt oder frisch und lebendig ? Vielleicht was dazwischen? Stöbern Sie durch unsere Homepage; noch besser: besuchen Sie uns im Heimatmuseum der Berglen mit lebendigen und anschaulichen Beispielen des Lebens vergangener Jahrhunderte.

Heute Survival-Camp, vor ca. 150 Jahren Normalität: Ein Leben ohne fließend Wasser, ohne Strom ……

Wir freuen uns auf Sie!


Sie finden uns ...

Beethovenstraße 9, 73663 Berglen - Oppelsbohm, bei der ev. Kirche.

Unsere Öffnungszeiten:

März bis Oktober am letzten Sonntag eines jeden Monats von 14 - 17 Uhr.
Gruppen und Führungen nach Absprache. Der Eintritt ist frei.


Steinzeit/Frühgeschichte

Steinzeit/Frühgeschichte

Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 11.500 Jahren kamen die Wälder wieder und mit ihnen Wildfrüchte und jagdbare Tiere. Die Berglen wurden in dieser Zeit wohl erstmals auch von Menschen besiedelt. Darauf deuten zahlreiche mittelsteinzeitliche Werkzeugfunde. Auch für die Jungsteinzeit, als die Menschen schon überwiegend sesshaft waren, belegen viele Funde, dass die Stubensandsteinhöhen der Berglen als Siedlungsplätze genutzt wurden. Hier gefundene Steinzeitartefakte können in unserem Heimatmuseum, aber auch im benachbarten Steinzeitmuseum Kleinheppach besichtigt werden.

In der Metallzeit waren die Berglen wahrscheinlich nicht besiedelt. Auch von den Kelten fand man keine Siedlungsspuren. Allerdings gilt als gesichert, dass sie Handelswege über die Höhenrücken der Berglen nutzten (Hallweg, Hohe Straße, Pflästerlesweg).

Erst die Römer hinterließen wieder Fußabdrücke bei uns. Um das Jahr 150 bauten sie einen Grenzwall (Limes) quer durch den Schwäbisch-Fränkischen Wald und legten Siedlungen an. In den Berglen wurden 1960 bei der Volkhardtsmühle Scherben römischen Geschirrs gefunden. Vermutlich stand dort zu jener Zeit ein kleinerer römischer Gutshof (Villa rustica). Einige Artefakte findet man im Heimatmuseum in Berglen-Oppelsbohm.

Wegen anhaltender germanischer Angriffe mussten sich die Römer schon 150 Jahre später aus dem Südwesten zurückziehen. Danach wurden die Berglen wieder für mindestens 700 Jahre unbesiedeltes „Urwaldgebiet“. Erst im 11. Jahrhundert gründeten Alemannen bei uns die ersten, auch heute noch bestehenden Orte.






Haus- und Landwirtschaft

Historische Küche

Warmwasserboiler mit integriertem Wäschetrockner, der auch kochen, backen, rösten und heizen kann – gibt’s nicht; gibt’s doch: der Multifunktionsherd in der Küche des Museums – bereits um 1900 ein Energiesparwunder. Küchengeräte mit Handantrieb, rustikale Tonschüsseln aus den Hösslinswarter Töpferwerkstätten und der Spülstein (heute Geschirrspüler) vermitteln Einblick in den Küchenalltag vergangener Jahrhunderte. Und wo war der Kühlschrank ? Vorräte über den Winter ohne „Gefriere“ ?

Die Museumsführer klären auf.




Landwirtschaft

Streuobsternte

Die liebliche Bergleslandschaft, um Christi Geburt noch Urwald, erster Landbau zwischen den Baumstumpen. Und dann war doch mal was in der Schule mit Dreifelderwirtschaft. Ohne Kunstdünger. Aber irgendwann mit Miste und Lachaloch. Ein ausgesätes Weizenkorn bringt um 1800 in guten Jahren 4 Körner Ertrag.

Und bei Missernten ? Das waren die Hungerjahre und in der Folge Auswanderungswellen nach USA, Russland und und… Bis Anfang des 19. Jahrhunderts ein Leben ohne Kartoffelsalat (eigentlich unvorstellbar) weils erst danach die Kartoffel gab.

Noch 1960 galt: Gang i sommers durch da Flecka naus, guckt aus jeder Tür a Kuhschwanz raus. Berglen hatte damals ca. 3000 Einwohner und 1500 Kühe…..
Im Museum zu sehen: Ein Originalkuhstall aus vergangen Zeiten.






Kleingewerbe

Häfnerware

Den Urformen menschlicher Existenzsicherung (sammeln, jagen) folgte der Landbau. Der landwirtschaflich nutzbare Boden in den Berglen war allerdings (durch die sogen. Realteilung: mögl. gleichmäßige Verteilung auf alle Erben) schon im 18. Jahrhundert so stark zerstückelt, dass ein Auskommen allein aus dem kleinbäuerlichen Betrieb oft nicht mehr ausreichte.

Schusterwerkstatt

Neben den „Spezialisten“ für den Bau von Fuhrwerken und Arbeitsgeräten (Wagner, Schmied) gründeten sich so im Nebenerwerb oder als Hauptberuf Leineweber-, Schneider-, Schuster-, Schreiner- und in Hößlinswart Hafnereibetriebe (Häfner). Wie entsteht ein Schuh fürs Leben ? Wie funktioniert Möbelbau ohne CNC-Maschinen ? Warum war Kleidung so wertvoll ? Unser Museum klärt auf.




Wo kommen die Wengertsmäuerle her?

Weintrauben

Noch heute weisen Flurnamen darauf hin, dass in früheren Zeiten (ab dem 15. Jahrhundert) in den Berglen Wein angebaut wurde. In mühsamer Arbeit wurden die Mergelböden mit dem in Steinbrüchen gewonnen Kerf verbessert. Um 1850 wurden stolze 93 ha Rebfläche bewirtschaftet und auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Berglen standen damals 10 (!) Keltern. Die Qualität war von Jahr zu Jahr stark schwankend, gleichwohl das Produkt von hohem Wert: wegen Entwendung einer einzigen Traube gabs 2 Tage Ortsarrest.

Mit der Gründung der Weinsberger Weinbauschule, den in vielen Weinbauorten entstanden Weinbaugenossenschaften, die allesamt das Ziel hatten, die Qualität der Weine zu verbessern sowie neu aufkommenden Schädlingen (falscher Mehltau, Reblaus) war das Ende des Berglesweins eingeläutet: 1935 wurden die letzten, nur noch der Selbstversorgung dienenden Reben, ausgehauen. Auch ein neuer Anlauf in den 1980er Jahren war nur von kurzer Dauer.

Mehr zu den „Berglener Steillagen“ erfahren Sie im Museum.




Wasserversorgung

Deicheln

„Der schafft wie ein Brunnenputzer“ – die auch heute noch gebräuchliche Redensart hatte in vielen Berglesflecken bis Anfang des 20. Jahrhunderts einen realen Hintergrund: Zieh- oder Galgenbrunnen oder das „Brünnele“ waren Standard und wurden erst nach und nach durch (hölzerne) Wasserleitungen ersetzt. Muster der historischen Leitungen finden sich im Museum.

Was blieb, ist der Wasserreichtum der Berglen: Heute versorgt ein 56 km langes Leitungsnetz die 2.300 Haushalte aus 17 aktiven Quellen mit ca. 200.000 cbm pro Jahr, was einem Eigenwasseranteil von stolzen 80 Prozent entspricht. Für Technikfans gibt’s im Museum einen “Hydraulischen Widder“ der mit Hilfe von Wasser stromlos Wasser den Berg hochpumpt.