Museum in den Berglen

Evakuierte in Berglen - Der Film

Heimat- und Museumsverein sucht noch Zeitzeugen

Während des Zweiten Weltkriegs gab es viele Evakuierte aus der Pfalz, dem Saarland und aus Stuttgart in Berglen und der Umgebung von Winnenden. Der Rettersburger Lehrer Johannes Forberger hat allein 38 Evakuierte aus der Pfalz und 63 Ausgebombte aus Stuttgart in Rettersburg festgehalten.
Im Buch von Werner Hofmann werden in den Ratsprotokollen 90 Evakuierte aus Schweigen, Landkreis Bergzabern in der Pfalz erwähnt.

Nach den Filmen über das Kriegsende in Berglen und Winnenden sowie „Vor 70 Jahren – Aus der Heimat vertrieben!“ hat sich Diethard Fohr vom Heimat- und Museumsverein Berglen zusammen mit Kameramann Fritz Wirth dem Thema der Evakuierten in Berglen zugewandt. Die Filmaufnahmen stehen kurz vor dem Abschluss.

Den Auftakt bildete die 82-jährigen Ursula Dzwikowsky, welche nach über 72 Jahren an den Ort ihrer Evakuierung während des 2. Weltkrieges, den Oberweilerhof, zurückzukehrte. Bei Kaffee und Kuchen feierte sie ein frohes Wiedersehen mit ihren damaligen KindheitsfreundinnenGerda Schopp, Gerda Schniepp und Hildegard Jeutter.

Dr. Wolfgang Müller aus dem bombenbedrohten Stuttgart fand bei seiner Oma in Steinach zu Beginn des Schuljahres 1943/44 Aufnahme. Es kam eine komplette Schulklasse mit Schülern aus Stuttgart, einschließlich ihres Lehrers Herrn Bauer, nach Steinach und Reichenbach. Fräulein Dierlamm war seinerzeit ebenfalls Lehrerin, wie aus seinem Zeugnis zu entnehmen ist. Neben der unvergesslichen Nacht vom 2. März 1944, als er im Keller saß und das Haus von einer Brandbombe getroffen wurde, war ihm vor allem das Wiedersehen mit Else Fichtner geb. Friz, wichtig. Sie wurde damals oft von seiner Oma betreut, während ihre Eltern mit dem Obsthandel beschäftigt waren.

Martin Fischer aus Höfen erzählte von den schlauen „Stuagarter Bürschla“, welche zusammen mit ihm die Oberschule in Winnenden besuchten. Oberschüler aus den Berglen waren damals noch eine Rarität.

Bei einem Besuch in Schweigen in der Südpfalz, direkt an der französischen Grenze zu Wissembourg (Weissenburg) und bekannt durch das Weintor, traf das Filmteam den 88-jährigen, sehr fitten Werner Theilmann sowie den Wengerter und Gastronom Willy Schäffer. Beide waren, wie zahlreiche Schweigener, nach Rettersburg evakuiert. Gerne erzählten sie aus jenen Tagen. Sie halfen in der Landwirtschaft und erlebten das Kriegsende hautnah. Mit dem Volkssturm sollten sie am Stöckenhof noch die Amerikaner aufhalten. Doch Ihr Anführer traf eine kluge und mutige Entscheidung.


Gerhard Jeutter aus Bretzenacker fuhr 1950 mit seiner 98er NSU über die einzige noch befahrbare Brücke bei Karlsruhe-Maxau in die Vorderpfalz und nach Zweibrücken, um die Evakuierten aus seiner Nachbarschaft zu besuchen.

Wer hat noch Kontakt zu ehemaligen Evakuierten oder möchte über seine Erlebnisse mit ihnen erzählen? Diethard Fohr sammelt noch Material und möchte es ggf. in den Film einbauen. Melden Sie sich einfach unter Tel. 07195 64322. Der Film hat Premiere am Sonntag, den 5. November um 15:00 Uhr im Bürgerhaus in Rettersburg




















Evakuierter Werner Theilmann aus Schweigen besucht Rettersburg mit dem Flugzeug Werner Theilmann aus Schweigen in der Südpfalz, direkt an der französischen Grenze zu Wissembourg (Weissenburg) und bekannt durch das Weintor, fliegt am Freitag, den 7. Juli nach Heiningen und kommt dann nach Rettersburg. Er ist seit Jahrzehnten Pilot einer 2-motorigen Propellermaschine und hat die Winnender Fliegergruppe mit ausgebildet. Sie kommen mit 3 Flugzeugen und werden so zu sechst anreisen. In Rettersburg ist er schon über dem Dorf gekreist und als der „Flieger“ bekannt. Er war 1944 dort mit zahlreichen Evakuierten aus Schweigen und Zweibrücken untergebracht. Nun kommt es zum Wiedersehen.

Das Filmteam mit Friedrich Wirth und Diethard Fohr wird die Gruppe in Heiningen gegen 10 Uhr empfangen und nach Rettersburg bringen. Dort wird dann Werner Theilmann vor dem Haus Krathwohl und Jeutter in die Kamera erzählen, wie und warum er nach Rettersburg gekommen ist. Nach einem Rundgang und Besuch des Friedhofs in Rettersburg geht es um 12:30 Uhr zum Mittagessen in die Gaststätte „Erlenhof“. Interessierte, Fliegerkameraden aus Winnenden und frühere Bekannte von Werner (Jahrgang 1929 /30) sind herzlich Willkommen. Er würde sich sehr freuen alte Bekannte wieder zu treffen.

Melden Sie sich einfach unter Tel. 07195 64322 an.

Sechs Jugendliche aus Schweigen 1945 in Rettersburg Sie haben sich kurz vor Kriegsende in der Ortsmitte vor dem alten Haus Jeutter getroffen. Von links: Erwin Scheid , einquartiert bei Fam. Haller, Emma Brunk, einquartiert bei Fam. Jeutter, Otto Bauer, einquartiert in Oppelsbohm, Liesbeth Brunk, Luftwaffenhelferin und einquartiert bei Fam. Jeutter, Frida Scheid, einquartiert bei Paul Hahn sen. und Werner Theilmann, einquartiert bei Fam. Krathwohl